Als Programmierer selbstständig machen

Programmierer sind beliebt, die Nachfrage ist groß, gleichzeitig ist diese Berufsbezeichnung nicht geschützt. Viele stellen sich die Frage, ob eine Selbstständigkeit nicht vielleicht sinnvoll wäre, immerhin ist unser Lebens- und Arbeitsalltag heute von diesen Tätigkeiten so umgeben, das sich keiner mehr dem entziehen kann. Was wir täglich mit wenigen Klicks ausführen (Online-Einkauf, Gaming, Daddeln), wurde zuvor in mühevoller Kleinarbeit durch Programmierer erstellt. Der Bedarf an dieser professionellen Dienstleistung steigt. Praktisch alle Geschäftsprozesse sind heute softwarebasiert. Wer als Programmierer das nötige Expertenwissen hat, sollte durchaus mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen.

Programmierer - Was bin ich?

Die größte Frage beim Beginn der Selbstständigkeit liegt darin, welche Form zu wählen ist. Bin ich gewerblich tätig oder kann ich als Freiberufler beginnen. Der Unterschied ist steuerlich sehr bedeutend. Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer bezahlen und unterliegen nicht der IHK Pflichtmitgliedschaft.

So ganz einfach ist die Wahl aber dann doch nicht, da auch das örtliche Finanzamt die Arbeit als Programmierer höchst unterschiedlich bewertet. Hilfreich ist deshalb die Feststellung des Bundesfinanzhofs. Demnach erarbeitet ein Programmierer komplexe Lösungen, die mit einer ingenieursähnlichen Herangehensweise zu vergleichen sind.

Kunden finden und binden

Programmierer ist nicht gleich Programmierer. Auf den Wissensstand kommt es an. Dieser entscheidet, ob die Kunden aus dem Mittelstand, aus den Konzernen oder eben aus den Kleinunternehmen kommen. Generell gilt, vor allem beim Start, dass die Auftragslage ungewiss ist. Aus diesem Grunde sollte die Gründung immer nur mit Rücklagen erfolgen. Denn Miete und Krankenkasse müssen ja auch weiter bezahlt werden.

Hilfreich kann die Gründung als Nebentätigkeit sein. Dabei wird der Job einfach in den Abendstunden ausgeführt. Das setzt allerdings voraus, dass der Hauptarbeitgeber damit kein Problem hat (es darf kein Interessenkonflikt entstehen).

In aller Ruhe!

Häufig erleben wir dass Programmierer sehr erfahren und versiert in ihrem Bereich sind, in kaufmännischen Bereichen jedoch kaum Erfahrung haben. Wer jedoch in die Selbstständigkeit wechseln will, braucht eben auch diese Erfahrungen. Vor dem Weg in das eigene Gewerbe empfehlen sich daher entsprechende Weiterbildungen. Abrechnung, Steuer, gesetzliche Punkte, Vertragsbestimmungen, etc. Nur wer auch darin fit ist, wird ein erfolgreicher Unternehmer.

Kunden als Problem

Denn die Kunden sind keineswegs immer so harmlos und freundlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Die meisten Programmierer scheitern nicht wegen ihren Fähigkeiten, sondern wegen dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Bei einem Auftrag wird häufig viel Zeit investiert, die Abhängigkeit zu einem Auftraggeber wächst enorm. Zahlt der Kunde nun die Rechnung nicht, kann das katastrophal sein. Dennoch gibt es aber alternative Ansätze. Bei größeren Aufträgen sollte eine Absicherung immer über Factoring erfolgen. Dabei bezahlt das Factoring-Unternehmen die Rechnung und der Programmierer hat eine Sorge weniger.

Programmierer und die Festanstellung

Wer jedoch die Möglichkeit hat, in einem bekannten Unternehmen eine Festanstellung zu bekommen, sollte das unbedingt zuvor in Erwägung ziehen, denn die selbstständige Tätigkeit kann ziemlich turbulent und riskant sein.