Das Märchen von der Datensicherheit

Das Internet ist eigentlich nichts Anderes als eine riesige Ansammlung von Informationen. Es ist natürlich auch in einem Stapel Zeitschriften nicht einfach ein einzelnes Bild zu finden, oder in einer Kiste mit alles Ausgaben eines Jahres, einer Tageszeitung, eine bestimmte Kleinanzeige, aber es ist nicht unmöglich! Im Internet gibt es dafür Suchmaschinen in der Realität nur Schweiß und Arbeit. Aber es gibt ein großes Problem, wenn alle Daten, theoretisch für Alle Nutzer zugänglich sind, dann wäre das ein großer Skandal. Das Internet ist schließlich mittlerweile unser ständiger Begleiter.

Mit dem Internet verbundene Geräte wie Smartphones wissen immer wo wir sind, wann wir dort sind, können Gewohnheiten ableiten, unsere Käufe nachvollziehen, unsere Kontakte und E-Mails mitlesen und vieles mehr. All diese Daten, nicht nur auf dem Smartphone wollen wir ja eigentlich in Sicherheit wissen, doch wie sicher sind unsere persönlichen Daten online?

Diese Frage wollen wir uns eigentlich nicht stellen, müssen wir aber! Zuletzt machte das soziale Netzwerk Facebook auf sich aufmerksam weil massenhaft Daten amerikanischer Kunden im Zuge einer Wahl verkauft wurden. Damit wusste die kaufende Partei genau wo Wähler wohnen, die zur Gegenpartei gehören und nicht die eigene wählen wollen. Damit konnte man gezielt Werbung in eigener Sache machen. Ein Skandal oder!? Politische Neigungen werden anhand unseres täglichen Verhaltens in sozialen Netzwerken analysiert und verkauft um uns umstimmen zu können.

Wer jetzt schreit das Facebook böse ist und das für eine riesige Schweinerei hält, hat eigentlich recht, aber es passiert tagtäglich. Wer zum Beispiel ein Handy mit Google Android benutzt der überträgt massenweise Daten an Google zur Analyse, wer Post bekommt und verschickt dessen Daten werden von der Post erfasst, anhand der Art der Briefe und Sendungen werden auch hier Interessensprofile erstellt. So lassen sich bereits viele Daten ableiten. Wie alt jemand ist, welche Interessen derjenige hat (wo bestellt man viel), welche persönlichen Neigungen (Parteipost, Mitgliedspost von Berufsverbänden oder Vereinen), man sollte nicht glauben wieviel alleine solche Daten über einen Menschen verraten können und was man damit alles anstellen kann.

Stellen sie sich nur einmal vor, sie eröffnen einen Versandhandel für Geek-/-Nerd Stuff und hätten die Möglichkeit anstatt an Millionen Haushalte in Deutschland nur an all diejenigen ihre Werbung zu versenden die regelmäßig größere, leichte Pakete von Elektrodiscountern bekommen und/oder anderen Branchenkonkurrenten. Das wäre Zielgruppengenaue Werbung noch und Nöcher. Täglich geben wir unsere Daten an solche Analysedienste Preis indem wir uns im Internet bewegen.

Die Behauptung "Ihre Daten sind sicher!" ist gelogen. Um es mit den Worten eines deutschen Hacker TV Films zu sagen: "Kein System ist sicher!". Der Film beweist eindrucksvoll das egal wie sicher ein System auch ist es immer eine Schwachstelle hat und wenn es nur der Mensch selbst ist, der die Schwachstelle darstellt. Sicherlich sind unsere Daten in der Regel so weit geschützt das nicht gleich unser Nachbar auf unsere privaten Fotos zugreifen kann oder unser Arbeitgeber unsere Bestellungen im Internet einsehen kann um uns den Urlaub zu verweigern wenn wir Zuviel Alkohol oder eine Bergklettertour gekauft haben, aber absolute Sicherheit ist und bleibt eine Illusion. Selbst wer nicht im Internet Unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Es ist immer nur eine Frage von Nutzen und Aufwand. Die eben erwähnten Daten der Post von Eletronikhandelskunden wären toll für einen Versand, aber es wäre wahrscheinlich einfacher und günstiger sich mit einem Elektronikversandhandel zusammen zu tun und Werbung in den versendeten Paketen zu machen. Wir kennen die Flyer von anderen Unternehmen in unseren Paketen doch Alle!

So ist die Sicherheit von Daten immer nur von ihrem Wert abhängig und dem was Derjenige damit anfangen möchte. Wenn man zum Beispiel nur mal eben die Bilder auf dem Computer des Nachbarn durchsuchen möchte und nicht ohne weiteres dran kommt, dann werden es die meisten schon aufgegeben haben bevor sie sich wirklich damit beschäftigt haben, wenn aber der Nachbar potentiell gefährlich ist und den Behörden gemeldet wird, können diese schneller und einfacher an die gleichen Daten kommen.